5. April 2020

Erste partizipative Schritte in Richtung auf (reine?) Online-Module

(Erfahrungsbericht, von RyLee Hühne)

Im Präsenzstudiengang Informatik biete ich diesen Sommer zwei Module erstmals (rein) online an. Die Studierenden im zweiten bzw. vierten Semester kennen mich bereits aus anderen Veranstaltungen, in denen wir den Veranstaltungsstoff in Eigen- und Präsenzarbeit mittels LernTeamCoaching erarbeitet haben – mit Moodle als unterstützender Online-Plattform.

Gerade habe ich auf Moodle erläutert, wie ich den Start in das Online-Sommersemester zusammen mit den Studierenden gestalten möchte:

Hier [auf Moodle] werden vorbereitende Arbeiten stattfinden, die Ihnen den Einstieg in die vorgesehene Onlinedurchführung des Moduls erleichtern sollen. Dieser Inhalt wird in den folgenden Tagen und Wochen aufgebaut. Das Tempo und den Grad der Vorbereitung werde ich an Ihre Bedürfnisse und Kapazitäten sowie auf Ihr Feedback auf meine Fragen an Sie anpassen. Die Teilnahme ist freiwillig, aber es ist möglich dass wir (nach Ankündigung, s.o.) in einen prüfungsrelevanten Lehrbetrieb wechseln.

Dabei habe ich offengelegt, dass ich den Ablauf in dieser Situation selber noch nicht sicher weiß:

Bei den einzelnen Lerneinheiten, der Gesamtgestaltung und auch bei Umfang/Tempo ist es sicherlich in dieser besonderen Lage gut, achtsam Schritt für Schritt nacheinander zu planen und ggf. anzupassen. Es ist mir sehr wichtig, Sie so über die einzelnen Schritte zu informieren, dass die Entwicklungen für Sie möglichst gut nachvollziehbar und transparent sind.

Und dass wir zwar alle von der Pandemie & den Eindämmversuchen betroffen sind, aber möglicherweise nicht alle gleichermaßen:

Dies ist ein Semester, in dem wir alle uns großen Herausforderungen ausgesetzt sehen.
Alle sind betroffen.
Und mir ist auch bewusst, dass einige von uns gerade besondere Härten erfahren. Sei es durch Ihre eigene Gesundheitssituation, durch weggebrochene/wegbrechende Finanzierung des Studiums, durch unterschiedlich gut/leicht zugänglichen Video-/Onlineaustausch, durch ihre Wohn-/Lebenssituation, durch Einschränkungen in Kontakten/Reisen, durch Pflege/Unterstützung von Angehörigen, durch ggf. bestehende Fristen bei Finanzierung/Visa/Krankenversicherung, und nicht zuletzt durch Gedanken und Sorgen über die Zukunft.
Ich möchte Ihnen versichern:
Auch in diesem Semester bin ich bestrebt, eine gute Lehrveranstaltung für alle Teilnehmenden zu machen – sowohl für diejenigen, die gerade mehr Zeit als sonst haben, als auch für diejenigen, die gerade mehr Sorgen und Probleme haben als sonst.

(Eine Kolleg*in hat vorher mit über den Text dazu geschaut. Danke Helene.)

Mit einer Moodleumfrage bitte ich die Teilnehmenden gerade, mir etwas zu erzählen über Ihre Lage und Ihre Wünsche & Vorstellungen zur kommenden Online-Lehre:

  1. Wie ist aktuell Ihre Gesamtsituation?
    Und wie hat diese sich in den letzten 4 Wochen verändert?
    (jeweils auf Skala 0-10)
  2. Was sind Ihre Erfahrungen mit Online-Tools bisher?
    Dort habe ich exemplarisch für einzelne Bereiche (Moodle, Sciebo, Etherpad, Google Docs, Videokonferenz zu zweit/zu mehreren) nach jeweils 3 drei Kompetenzstufen zur Selbsteinschätzung abgefragt.
  3. Wie ist Ihre Ausstattung für Online-Lehre zuhause?
    Hier Fragen zur eigenen/geteilten Ausstattung mit PC/Laptop/Tablet bzw. Webcam/Headset, zur (subjektiven) Qualität der Internetanbindung und dazu, ob (für mögliche Video- oder Telefonkonferenzen zwischen den Teilnehmenden) ein eigener ruhiger Arbeitsplatz zu Hause zur Verfügung steht.
  4. Was sind Ihre Online-Lernerfahrungen? Was lief bei Ihren letzten Online-Lernkursen gut? So dass wir versuchen, das diesmal auch so zu machen.
    (Antwort hier als Freitext, genauso für die nächsten drei Fragen.)
  5. Was lief bei Ihren letzten Online-Lernkursen nicht so gut?
    So dass wir gemeinsam versuchen können, das diesmal anders zu machen. Vielleicht haben Sie ja auch Ideen, wie es diesmal anders (=besser) für Sie sein könnte.
  6. Ihre allgemeinen Fragen zur Organisation & zum Ablauf Moduls
    Hier ist insbesondere zu Fragen aufgefordert, die ich dann (anonymisiert) strukturiert aufgreifen kann in einer ersten Zoom-Sitzung oder im Moodle-Forum.
  7. Ihre persönlichen Fragen zum Studium/zum Modul
  8. Wie startklar sind Sie für das Sommersemester?
    (’sofort loslegen‘, ‚demnächst beginnen‘, ‚warten bis alle Kurse starten‘, …)
  9. Kurzfeedback zu dieser Umfrage

Ich bin gespannt auf die Antworten.
Dann bisher weiß ich wirklich nicht, wie es den Studierenden insgesamt gerade geht. Und ich denke, dass ich auch im Verlauf des Semesters im Kontakt mit den Studierenden dazu sein möchte, wie es ihnen jeweils gerade geht, um den Semesterverlauf dynamisch anzupassen.

Bei Punkt 7 war ich unsicher, eventuell von sehr vielen Anfragen überrannt zu werden, die ich dann nicht entsprechend beantworten kann. Daher habe ich um Verständnis gebeten, dass ich da priorisieren werde – und eine Liste mit Hilfs- und Beratungsangeboten an der FH beigefügt. Ich hoffe, dass Studierende diese Angebote bei Bedarf auch tatsächlich wahrnehmen.

Technisch umgesetzt in Moodle habe ich die Umfrage als eine Sammlung von „Abstimmungen“ bzw. „Aufgaben“ (reine Textabgabe, ohne Bewertung).
Wahrscheinlich geht das auch noch besser in Moodle. Da frage ich nächste Woche mal die kompetenten Moodle-Didaktiker bei uns via Zoom. Ich will dieses Semester ja auch einiges lernen.

(Teil 1 eines fortlaufenden Erfahrungsberichts)

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